Schwedlerbrücke

Auszug aus der Pressenotiz vom 16.02.2016:

"Den 1. Preis bekam die Arbeitsgemeinschaft Christoph Mäckler Architekten und B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann, die beide aus Frankfurt stammen für ihren außerordentlich interessanten Beitrag, der einen überraschenden Mehrwert aufgrund seiner unerwarteten Herangehensweise besitzt: es entsteht nicht nur ein anspruchsvolles Ingenieurbauwerk, sondern zugleich ein Stück Stadt. Die vier historischen Brückenbögen werden behutsam instandgesetzt, alle Aspekte des Substanzerhalts – ob Geländer oder Pfeiler – werden berücksichtigt. Herausragend ist, wie der Wechsel in das 5. Feld geradezu gefühlvoll inszeniert wird, indem auf die historische Bauweise zurückgegriffen, diese jedoch modern interpretiert wird. So entsteht ein gut funktionierendes Gleichgewicht zwischen alt und neu. Der positive Dialog der beiden Brückenköpfe hält das Ganze wie eine Klammer zusammen. Städtebauliche Relevanz erhält die Arbeit zum einen über die beiden ,Laternen', die als ,landmark', als Signet wirken und zugleich Orientierung bieten. Zum anderen aber, und das ist eine weitere Besonderheit, ist ein attraktives Nutzungsangebot durch das Bespielen der beiden Widerlager gegeben – hiervon kann ein Impuls für den gesamten Stadtraum entstehen. Der Entwurf nimmt damit für das Quartier den sich anbahnenden Wandel geradezu vorweg bzw. gibt diesem einen wichtigen Impuls. Dieses Nutzungsangebot – sofern professionell angegangen –, die offene Zugänglichkeit des Aufzugs und das Beleuchtungskonzept bieten beste Voraussetzungen, dass ,Angsträume ' vermieden werden. Auch das ,Netz ' als Brüstung bietet diese Leichtigkeit und verhindert, dass man sich wie in einem Käfig fühlt. Ob die ,Skyline' sein muss und die Maschengröße richtig gewählt ist, wären zu überlegen.

Das Tragwerk ist beeindruckend. Die lineare Ausrichtung der Brücke mit nur einem zusätzlichen Element wirkt sehr elegant. Hier entsteht eine überzeugende Verbindung zwischen Ingenieurskunst und Architektur, die sich durch eine hohe Ästhetik auszeichnet . Alle notwendigen technischen Elemente sind integriert."

Die Arbeit besticht – durch ihren selbstbewussten, in die Moderne übertragenen Umgang mit einem Bautypus aus dem vergangenen Jahrhundert, ihre eigenständige, städtische Haltung, durch ihre Sorgfalt und Präzision, die ins Detail wie selbstverständlich und stimmig umgesetzt sind.

Das Preisgericht hat die Umsetzung des 1. Preises einstimmig empfohlen."